Gut Tolksdorf

Der Adelssitz in Tolksdorf erhielt die Handfeste 1344. Der Hof war zu dieser Ordenszeit offenbar durch mehrere Befestigungen im Umkreis gesichert und von einem Wassergraben umgeben. Nach Plänen des brandenburgischen Hofbaumeisters Georg Müller entsstand 1650 ein barockes Gutshaus, das 1827/28 spätklassizistisch um- und ausgebaut wurde. Leider fiel es dem letzten Krieg zum Opfer. Es blieben nur Teile des Gewölbekellers aus dem 16. Jh. unter wucherndem Gestrüpp und das Hoftor übrig.

Im 17. Jh. saßen Vertreter der Familie zu Eulenburg in Tolksdorf, die den Besitz zum Ende dieses Jahrhunderts der Familie v. d. Groeben vermachte. Im Besitz folgte der Oberstleutnant Du Rosey. 1772 erwarb Antoinette Wilhelmine von Bonin (gest. 1782) das Anwesen und heiratete im selben Jahr Philipp Carl Ludwig von Borcke aus Regenwalde in Pommern und in dieser Familie bliebt Tolksdorf durch Maria Agnes zu Dohna, geb. von Borcke, die Frau des letzten Gutsbesitzers, bis zum Ende der deutschen Zeit. Im dreibogigen Hoftor ist ein Borckescher Wappenstein von 1676 eingelassen, der vermutlich aus dem pommerschen Regenwalde hierher kam.

Im 1. Weltkrieg wurde das Herrenhaus nicht in Mitleidenschaft gezogen, angegeblich, weil sich in der Halle ein Bild von Zar Nikolaus I zu Pferde befand, der damals Chef des preußischen 6. Kürassieregiments war.[1]

Im Vorwerk Plutniki – Plötnick stand ein kleineres Herrenhaus als Witwensitz und Beamtenwohnung. Es wurde in der 2. Hälfte des 19. Jhs. gebaut, hat aber nur gut zur Hälfte überlebt. Heute Privatbesitz.

Die zusammen verwalteten Güter Tolksdorf, Plotnick und Groß Altendorf verfü+gten über eine Fläche von 2.138 ha. Tolksdorf allein hatte 872 ha, davon 489 ha Ackerland, 27 ha Wiese, 37 ha Weide und 297 ha Wald und Gewässer. Die leichten bis schweren Böden boten gute Bedingungen für den Anbau von Kartoffeln und Rübern. Dazu gab es eine sehr effektive Saatgutreinigungsanlage. Ein Schwerpunkt der Wirtschaft war die Zucht von Trakehner Pferden, aber auch von Rindern und Schweinen.[2] Zum Pferdebestand gehörten 300 Tiere, 30 Warmblut-Zuchtstuten und ein Deckhengst sowie 20 Zuchtstuten für schwere Arbeitspferde. Die 650 Rinder mit 9 Deckbullen waren im ostpreußischen Herdbuch eingetragen. Die 850 Zucht- und Mastschweine folgten aus der Stammzucht des Deutschen Edelschweins. Außerdem gab es eine Stammzucht von 670 Schafen. Beschäftigt wurden 130 Arbeitskräfte und 20 Männer im Herbst als Saisonarbeiter.[6]

Bis zuletzt wohnte auf Gut Tolksdorf Heinrich Graf zu Dohna, geboren am 15. Oktober 1882 in Waldburg – Capustigall bei Königsberg, der als Teilnehmer an der Widerstandsbewegung gegen Hitler am 14. 9. 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.

Schon im Ersten Weltkrieg war Graf zu Dohna ab 1914 Generalstabsoffizier und wirkte u. a. in der Operationsabteilung des Großen Generalstabs unter Hindenburg und Ludendorff. Nachdem er noch 1919 in der Baltischen Landwehr gegen die Bolschewisten gekämpft hatte, reichte er im Herbst desselben Jahres seinen Abschied ein und widmete sich seitdem öffentlichen und kirchlichen Aufgaben in Ostpreußen. Nach dem Tod seines Schwiegervaters übernahm er 1925 die erfolgreiche Bewirtschaftung von Gut Tolksdorf. Seine landwirtschaftlichen Kenntnisse hatte er sich – wie Alexander zu Dohna – in Littschen bei Herrn Görg verschafft. In der Zeit, in der Heinrich zu Dohna hier wirtschaftete, zählte das Gut zu den besten Pferdezuchtzentren Ostpreußens.[3] Auf dem kirchlichen Sektor gehörte Heinrich zu Dohna der Bekennenden Kirche an und wurde Mitglied im ostpreußischen Bruderrat, der Not-Kirchenleitung der Bekennenden Kirche.[4]

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war er Chef des Stabes beim Abschnitt Mitte, dann Corpschef in Frankreich, Norwegen und Finnland. Als Generalmajor und Chef beim stellvertretenden Generalkommando in Danzig nahm er 1943 seinen Abschied. Die Verschwörer hatten ihn als Oberpräsidenten von Ostpreußen vorgesehen. Die Bitte, für dieses Amt zur Verfügung zu stehen, überbrachte damals Marion Gräfin Dönhoff.

Seine Frau Maria-Agnes zu Dohna-Schlobitten, geb. von Borcke (1895 – 1983) und Erbin von Tolksdorf wurde zusammen mit ihrem Mann am 21. Juli 1944 verhaftet, überlebte aber im Konzentrationslager Ravensbrück. Ebenfalls verhaftet und vorrübergehend inhaftiert wurden zwei zufällig im Haus anwensende Kinder. Carl-Albrecht Graf zu Dohna-Schlobitten a. d. H. Tolksdorf, geboren 1921, fiel im August 1941.[5]

[1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 716 ff
[2] Lothar Graf zu Dohna, Unbeschwerte Zeit, Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen, 2015, S. 32
[3] Maria Skribinska, Aus Dietrich Emil wurde Tadeuxz, Masurische Storchenpost Mai 2009, S. 14
[4] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 638
[5] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser I, S. 300/302
[6] Fabian Graf zu Dohna in Bildarchiv-Ostpreussen.de

Reichertswalde (Markowo)

Das Dorf wurde 1402 erstmals urkundlich erwähnt und 1561 den sieben Söhnen des Grafen Peter zu Dohna verliehen.

Am Anfang des 18. Jhs. bildete man aus den Dohnaschen Besitzungen vier Majorate: Dohna-Schlobitten, Dohna-Schlodien, Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde. Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde wurden 1878 zusammengelegt und bildeten einen Gutskomplex von 7.000 ha.

Den Erstbau des Gutshauses aus der Zeit der Besitzübernahme, vermutlich durch Achatius zu Dohna. Dieses Haus wurde zum Kern des späteren Schlosses, das der Hausarchitekt Johann Caspar Hindersin 1701 – 1704 für Christoph Friedrich zu Dohna um das Doppelte erweiterte und zu einer eindrucksvollen barocken Residenz ausgestaltete. Reste aus der Renaissancezeit – kreuzgewölbte Räume mit wuchtigen Pfeilern und ein großer Kamin mit halbrundem Abzug – konnte man noch im Nordflügel erkennen. Die Schlosskapelle befand sich im Westturm. Christoph Friedrich zu Dohna war Besitzer von Lauck und ab 1688 auch von Reichertswalde,.Als die Linie Reichertswalde 1878 ausstarb, verlegte der Erbe, Friedrich zu Dohna-Lauck (1844 – 1909) seinen Sitz dort hin. Sein Sohn ließ 1909 zwei eckturmartige Pavillons an der Vorderfront anbauen. Als Nebengebäude gab es ein barockes Kavalierhaus mit Küche sowie den neobarocken Kutschstall mit Reithalle.

Letzter Gutsherr auf Reichertswalde war Adalbert-Victor zu Dohna-Lauck (geb. 3. 9. 1914), zweiter Sohn von Friedrich Ludwig Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck und seiner Frau Elisabeth, geborene Gräfin Arnim. Der ältere Bruder war 1935 einem Unfall zum Opfer gefallen. Adalbert-Victor hatte nach dem Abitur auf dem Hufen-Gymnasium zunächst Zoologie studiert, holte dann aber aufgrund des tragischen Familienschicksals die Landwirtschaftslehre auf Gut Schönberg bei den Finckensteins nach und bewirtschaftete seinen Besitz außerordentlich erfolgreich bis zur Flucht 1945. Danach ließ er sich im Rheinland nieder, wo er bei guter Gesundheit seinen 90. Geburtstag feiern konnte.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das unzerstörte Haus zunächst von der Sowjetarmee okkupiert und entsprechend ausgeraubt, dann von einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft genutzt und zwischenzeitlich sogar noch renoviert. In den 1970er Jahren war die Bausubstanz aber dermaßen verkommen, dass die LPG auszog. In wenigen Jahren verkam das schöne Gebäude vollständig. Die Innenräume sind jetzt zerstört, die Decken eingefallen. Von der reichen Innenausstattung konnten einige Familienporträts gerettet werden, die sich in Mohrungen befinden.

Das Schloss befindet sich seit 2000 in Privatbesitz.

Zur Besitzung Reichertswalde mit rd. 2.200 ha gehörte das Vorwerk in Zimnochy – Weeskenit im benachbarten Kreis Preußisch Holland, das gleichzeitig als Alterssitz der gräflichen Familie gedacht war. Davon gibt es nur noch die Ruinen der östlichen Haushälfte. Eine 5 km lange Lindenallee verband das Gutshaus in Weeskenit nahe dem Weeskeniter See aus der 2. Hälfte des 18. Jhs. mit dem Hauptsitz in Reichertswalde. Gut Weeskenit war 1774 von Friedrich Leopold zu Dohna-Reichertswalde (1738 – 1807) erworben worden.

Im Gutswald von Reichertswalde, etwa 2 km vom Gutshaus entfernt, befinden sich immer noch zwei heute leere Grabstellen. In einem der Gräber wurde Friedrich Ludwig Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck (4. 4. 1874 – 1. 7. 1924), der 1905/06 das Gutshaus umfassend renoviert und ausgebaut hatte, begraben. Die Grabstelle daneben war für seinen Sohn Christoph Friedrich Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck (12. 12. 1907 – 3. 9. 1935) bestimmt, der bei einem Autounfall am Bodensee ums Leben kam. Dieses Grab ist mit einem Zitat versehen, das Hitler in Verbindung mit Christus bringt. Sein Bruder Adalbert Victor, der letzte Gutsherr, wies jedoch darauf hin, dass dieser heute nicht mehr akzeptable Vergleich mehr der Hoffnung entsprang, dass endlich jemand gegen den als äußerst schmählich empfundenen Frieden von Versailles Front machte. Durch den frühen Tod in einer Zeit, als Hitler mit politischen Siegen auftrumpfte, hatte man weit verbreitet kaum eine Vorstellung von den Schrecken, die der Nationalsozialismus noch bringen würde. Daneben gibt es aber offenbar eine polnische Quelle, die eine aktive Unterstützung der Familie Dohna-Lauck für Hitler beschreibt.

Das Dorf wurde 1402 erstmals urkundlich erwähnt und 1561 den sieben Söhnen des Grafen Peter zu Dohna verliehen.

Am Anfang des 18. Jhs. bildete man aus den Dohnaschen Besitzungen vier Majorate: Dohna-Schlobitten, Dohna-Schlodien, Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde. Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde wurden 1878 zusammengelegt und bildeten einen Gutskomplex von 7.000 ha.

Den Erstbau des Gutshauses aus der Zeit der Besitzübernahme, vermutlich durch Achatius zu Dohna. Dieses Haus wurde zum Kern des späteren Schlosses, das der Hausarchitekt Johann Caspar Hindersin 1701 – 1704 für Christoph Friedrich zu Dohna um das Doppelte erweiterte und zu einer eindrucksvollen barocken Residenz ausgestaltete. Reste aus der Renaissancezeit – kreuzgewölbte Räume mit wuchtigen Pfeilern und ein großer Kamin mit halbrundem Abzug – konnte man noch im Nordflügel erkennen. Die Schlosskapelle befand sich im Westturm. Christoph Friedrich zu Dohna war Besitzer von Lauck und ab 1688 auch von Reichertswalde,.Als die Linie Reichertswalde 1878 ausstarb, verlegte der Erbe, Friedrich zu Dohna-Lauck (1844 – 1909) seinen Sitz dort hin. Sein Sohn ließ 1909 zwei eckturmartige Pavillons an der Vorderfront anbauen. Als Nebengebäude gab es ein barockes Kavalierhaus mit Küche sowie den neobarocken Kutschstall mit Reithalle.

Letzter Gutsherr auf Reichertswalde war Adalbert-Victor zu Dohna-Lauck (geb. 3. 9. 1914), zweiter Sohn von Friedrich Ludwig Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck und seiner Frau Elisabeth, geborene Gräfin Arnim. Der ältere Bruder war 1935 einem Unfall zum Opfer gefallen. Adalbert-Victor hatte nach dem Abitur auf dem Hufen-Gymnasium zunächst Zoologie studiert, holte dann aber aufgrund des tragischen Familienschicksals die Landwirtschaftslehre auf Gut Schönberg bei den Finckensteins nach und bewirtschaftete seinen Besitz außerordentlich erfolgreich bis zur Flucht 1945. Danach ließ er sich im Rheinland nieder, wo er bei guter Gesundheit seinen 90. Geburtstag feiern konnte.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das unzerstörte Haus zunächst von der Sowjetarmee okkupiert und entsprechend ausgeraubt, dann von einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft genutzt und zwischenzeitlich sogar noch renoviert. In den 1970er Jahren war die Bausubstanz aber dermaßen verkommen, dass die LPG auszog. In wenigen Jahren verkam das schöne Gebäude vollständig. Die Innenräume sind jetzt zerstört, die Decken eingefallen. Von der reichen Innenausstattung konnten einige Familienporträts gerettet werden, die sich in Mohrungen befinden.

Das Schloss befindet sich seit 2000 in Privatbesitz.

Zur Besitzung Reichertswalde mit rd. 2.200 ha gehörte das Vorwerk in Zimnochy – Weeskenit im benachbarten Kreis Preußisch Holland, das gleichzeitig als Alterssitz der gräflichen Familie gedacht war. Davon gibt es nur noch die Ruinen der östlichen Haushälfte. Eine 5 km lange Lindenallee verband das Gutshaus in Weeskenit nahe dem Weeskeniter See aus der 2. Hälfte des 18. Jhs. mit dem Hauptsitz in Reichertswalde. Gut Weeskenit war 1774 von Friedrich Leopold zu Dohna-Reichertswalde (1738 – 1807) erworben worden.

Im Gutswald von Reichertswalde, etwa 2 km vom Gutshaus entfernt, befinden sich immer noch zwei heute leere Grabstellen. In einem der Gräber wurde Friedrich Ludwig Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck (4. 4. 1874 – 1. 7. 1924), der 1905/06 das Gutshaus umfassend renoviert und ausgebaut hatte, begraben. Die Grabstelle daneben war für seinen Sohn Christoph Friedrich Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck (12. 12. 1907 – 3. 9. 1935) bestimmt, der bei einem Autounfall am Bodensee ums Leben kam. Dieses Grab ist mit einem Zitat versehen, das Hitler in Verbindung mit Christus bringt. Sein Bruder Adalbert Victor, der letzte Gutsherr, wies jedoch darauf hin, dass dieser heute nicht mehr akzeptable Vergleich mehr der Hoffnung entsprang, dass endlich jemand gegen den als äußerst schmählich empfundenen Frieden von Versailles Front machte. Durch den frühen Tod in einer Zeit, als Hitler mit politischen Siegen auftrumpfte, hatte man weit verbreitet kaum eine Vorstellung von den Schrecken, die der Nationalsozialismus noch bringen würde.

Karwiny – Carwinden/Karwinden

Eine erste urkundliche Erwähnung fand der Ort 1333, als der Oberste Spittler und Komtur von Elbing, Siegfried von Sitten, dem Naydime in Karwinden 5 Hufen zu kulmischem Recht verlieh.

Dem ersten in Preußen ansässigen Dohna, Stanislaus Graf und Burggraf zu Dohna wurde Carwinden 1496 als Pfandbesitz verschrieben. Dessen Söhne erhielten es 1514 als Lehen und die Familie Dohna besaß das Anwesen bis 1945. Achatius zu Dohna ließ 1588 ein „großes Haus“ für seinen Bruder Fabian zu Dohna (1550 – 1621) errichten. Fabians Enkel und Erbe, in Delft geboren und deshalb Christoph Delphicus (4. 6. 1628 – 21. 5. 1668) genannt, begründete als schwedischer Feldmarschall, Gesandter und Oberkammerherr der schwedischen Königin Christine sowie Vizegouverneur von Bremen und Verden die schwedische Linie der Familie und lebte deshalb nur zeitweilig in Carwinden. Dennoch ließ er ab 1660 in Carwinden ein komfortableres Herrenhaus errichten, wo er den Großen Kurfürsten standesgemäß empfangen konnte. Christophs Enkel, Friedrich Christoph zu Dohna (1664 – 1727) baute das neue Haus 1713 – 1715 in einer Weise um und aus, die bis 1945 Bestand hatte. Dabei kamen wohl schwedische Facharbeiter und Rohstoffe zum Einsatz. Baumeister des mit unverputzten Backsteinen verkleideten Baus unter einem Walmdach war John de Collas und vermutlich auch Hindersin.

Da die schwedische Linie in Schweden große Besitztümer erbte und dort heimisch wurde, verkaufte Friedrich Carl zu Dohna 1762 Carwinden an Carl Florus zu Dohna-Schlodien. Seitdem blieb Carwinden mit Schlodien verbunden und diente den zukünftigen Fideikommiß-Herren oder den Witwen und unverheirateten Töchtern als Wohnsitz. Ab etwa 1930 wohnte hier der Forstmeister von Schlodien. Die letzten beiden deutschen Eigentümer, Wilhelm Christoph (1921 – 1944) und sein Bruder Emanuel zu Dohna-Schlodien (1927 – 1945) fielen im zweiten Weltkrieg.[1]

Das Schloss Carwinden wurde im Kriegsverlauf 1945 zerstört und wurde abgetragen. Vom Eingang zum Gut Karwinden ist nur noch ein Gebäude an der Einfahrt, ein sogenannter Zirkelbau, vorhanden, der als Wohnhaus genutzt wird.

Die Hofkapelle, errichtet 1623 – 1626, von der noch die Außenmauern und Reste des Turms stehen, ist ein Bauwerk aus der Zeit von Achatius II. zu Dohna. Malereien aus dem Obergeschoss befinden sich jetzt im Museum von Allenstein.

Quelle: [1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, s. 724 ff

Wundlacken

Der Ort Wundlacken mit dem Gut südlich von Königsberg unweit südlich des Haffarms existiert nicht mehr und besitzt wohl auch keinen russischen Namen.

Ludwig Burggraf und Graf zu Dohna-Lauck (1733 – 1787) war verheiratet mit der Gräfin Caroline aus dem reichen Haus der Finck von Finckenstein auf Schönberg, die jedoch schon nach drei Ehejahren starb, ohne Kinder zu hinterlassen. Graf Ludwig heiratete in zweiter Ehe Amalie (1753 – 1793), eine Tochter von Friedrich Ludwig I. Graf Truchseß zu Waldburg. Vermutlich mit dem Geld seiner ersten Frau kaufte er 1783 Wundlacken, das an Capustigall angrenzte, und nannte sich dann Burggraf zu Dohna-Wundlacken. Amalie Charlotte, geb. Gräfin Truchseß zu Waldburg vererbte den Besitz an den Sohn Heinrich Ludwig Adolph Burggraf und Graf zu Dohna-Wundlacken (1777 – 1843). Heinrich heiratete Wilhelmine Freiin von Lützow (1784 – 1837), Schwester des Majors von Lützow, allgemein bekannt durch das Lützowsche Freikorps in den Befreiungskriegen. Die Ehe blieb kinderlos. Nach dem Tod von Wilhelmine heiratet er in zweiter Ehe seine entfernte Kusine Herminia Gräfin zu Dohna-Reichertswalde (1807 – 1882). Nach dem Tod von Herminia fiel Wundlacken an den Neffen ihres Mannes Heinrich, Georg Graf zu Dohna (1850 – 1912), der 1900 auch Herr auf Finckenstein wurde. Nach Georgs Tod wurde Wundlacken Sitz seiner Frau Gertrud, geb. von Domhardt (1852 – 1929) , die den Besitz weitervererbte an Marie Mathilde Fürstin zu Dohna-Schlobitten (1873 – 1953), geb. Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich; und diese Fürstin wohnte in Wundlacken bis 1945.

Das Gutshaus, dessen Architektur stark niederländisch geprägt war, war ein niedriger Bau mit Krüppelwalmdach und mit durch kolossale Pilaster stark betontem Mittelteil unter dreieckigem Giebel, der in der 2. Hälfte des 17. Jhs. auf Grundmauern aus der Ordenszeit errichtet wurde. Es existiert nicht mehr, aber

Wundlacken ist in Philosophenkreisen ein bekannter Name: der oben genannte Heinrich Graf zu Dohna-Lauck auf Wundlacken verwaiste früh, studierte bereits als Vierzehnjähriger Philosophie bei Kant und verfasste 1791 – 1793 etliche Kolleghefte über die Vorlesungen des großen Philosophen, die man nach dem 1. Weltkrieg in Wundlacken fand und die sich jetzt im Privatbesitz der Familie zu Dohna befinden. Sie stellen eine Fundgrube für alle Kant-Forscher dar, weil sie Kants Vorlesungen intelligent und kenntnisreich wiedergeben. Heinrich zu Dohna war auch Schüler des Nationalökonomen Christian Jacob Kraus, der einen erheblichen Beitrag zur Ausbildung der seinerzeitigen Reformgeneration leistete. Obwohl bereits Staatsrat, trat Heinrich zu Dohna in den Befreiungskriegen als Freiwilliger in das Freikorps seines Schwagers Lützow ein. Später wurde er Präsident der Königsberger Regierung.*

* Quelle: Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 546

Friedrich Graf zu Dohna-Schlobitten

(04. März 1784, Schlobitten – 21. Februar 1859, Berlin)

Friedrich Karl Emil war der Sohn von Friedrich Alexander zu Dohna-Schlobitten (* 6. Juli 1741 in Königsberg; † 8. April 1810 auf Schloss Finckenstein) und dessen Ehefrau Luise Amalie Caroline, geborene Gräfin Finck von Finckenstein (* 23. Oktober 1746 in Osterode in Ostpreußen; † 23. Februar 1825 in Finckenstein). Sie war die Tochter von Friedrich Ludwig Finck von Finckenstein. Sein Vater war Obermarschall des Königreichs Preußen, Ritter des Johanniterordens sowie Herr auf Schlobitten und Prökelwitz.

Friedrich zu Dohna-Schlobitten wurde am 6. Oktober 1793 als Junker beim Husarenregiment „von Suter“ Nr. 5 der Preußischen Armee angestellt. Er kam dann am 23. März 1798 als Fähnrich zum Dragonerregiment „von Werther“ Nr. 6 und wurde hier am 7. Juni 1800 Sekondeleutnant. In der Zeit der preußischen Reformen war er ein Vertrauter des Generals Gerhard von Scharnhorst, dessen Tochter Julie (1788–1827) er in Finckenstein am 10. November 1809 heiratete. 1812 war er als Major des russischen Zaren am Zustandekommen der Konvention von Tauroggen verantwortlich und kommandierte in den Befreiungskriegen das 2. Husarenregiment der russisch-deutschen Legion. Mit dem Regiment kämpfte er während der Befreiungskriege 1813/15 bei Vellahn, Schlagsdorf, Klavensick, Rossy, Namur, St. Denis, La Villette, der Blockade von Rendsburg und Antwerpen sowie in den Schlachten bei Ligny und Belle-Alliance. Für seine Leistungen in der Schlacht bei Wavre wurde Dohna-Schlobitten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Nach Napoleons Niederwerfung kehrte er in preußische Dienste zurück und wurde am 29. März 1815 Kommandeur des 8. Ulanenregiments. Dieses führte er bis zu seiner Ernennung zum Kommandeur der 14. Kavallerie-Brigade am 3. April 1820. In dieser Stellung erfolgte dann am 30. März 1822 seine Beförderung zum Generalmajor. Als solcher wurde Dohna-Schlobitten am 30. März 1832 mit der Führung der 16. Division beauftragt und zwei Jahre später zum Divisionskommandeur ernannt. Weitere drei Jahre später folgte die Beförderung zum Generalleutnant.

1839 wurde er Kommandierender General des II. Armee-Korps in Stettin und 1842 Kommandierender General des I. Armee-Korps in Königsberg. Als solcher schlug er 1848/49 revolutionäre Unruhen rasch und entschlossen nieder. Ihm wurde bei seinem Abschied aus dem aktiven Dienst am 14. März 1854 der Charakter als Generalfeldmarschall verliehen. Außerdem erhielt er eine jährliche Pension von 3000 Talern. König Friedrich Wilhelm IV. berief ihn ferner als Oberstkämmerer an dessen Hof. Er ruht in der Grablege der Familie von Scharnhorst auf dem Invalidenfriedhof in Berlin.

(Quelle: Wikipedia)

Friedrich zu Dohna-Schlobitten

Friedrich Ferdinand Alexander Burggraf und Graf zu DohnaSchlobitten (* 29. März 1771 auf Schloss Finckenstein (Westpreußen); † 31. März 1831 in Königsberg) war ostpreußischer Staatsmann und Politiker.

Leben

DohnaSchlobitten studierte Kameralistik (Finanzwissenschaften) in Frankfurt (Oder) und Göttingen. Dann besuchte er die Büschsche Handelsschule in Hamburg, wo er sich mit Alexander von Humboldt anfreundete. 1790 trat er in die Kriegsund Domänenkammer in Berlin ein und wurde ein Jahrzehnt später Direktor der Kriegsund Domänenkammer in Marienwerder.

Militärzeit

Als Preußen im Oktober 1806 seine Niederlage von Jena und Auerstedt erlebte, versetzte DohnaSchlohbitten Danzig und Graudenz in den Verteidigungszustand. Er setzte für Westpreußen durch, dass sich dort die Behörden verpflichteten, nichts gegen die Besatzer zu unternehmen, solange diese die Provinz in ihrer Gewalt hatten. Als die Franzosen hierfür eine Geisel als Pfand forderten, meldete sich DohnaSchlobitten als Freiwilliger, um einem von den Eroberern hierfür ausgewählten Älteren dieses Schicksal zu ersparen und erlebte er einige Wochen französische Geiselhaft.

Nachdem Napoléon Bonaparte Schloss Finckenstein zu seinem Hauptquartier gemacht hatte, befahl er DohnaSchlobitten im April 1807 zu einer Audienz dorthin. Der Usurpator hoffte, über ihn und dessen Vater dahingehend Einfluss nehmen zu können, dass diese bei König Friedrich Wilhelm III. für einen französischpreußischen Separatfrieden und einen Austritt Preußens aus der AntiNapoleonKoalition eintraten. DohnaSchlobitten gelang es, Napoleon zu überzeugen, dass er gegenüber Westpreußen auf eine Kriegskontribution verzichtete.

In Anerkennung dieses Erfolges wurde er am 4August 1807 von Friedrich Wilhelm III. zum Präsidenten der Kriegsund Domänenkammer ernannt. In dieser Funktion musste er mit seinem französischen Gegenspieler Marschall NicolasJean de Dieu Soult den Tilsiter Frieden vom 7Juli 1807 umsetzen.

Politische Zeit

Der preußische Reformer Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde auf DohnaSchlobitten aufmerksam und schlug ihn zu seinem Nachfolger als Innenminister vor, als er selbst auf Druck des Franzosenkaisers 1808 entlassen wurde. Als Innenminister unterstützte DohnaSchlobitten Wilhelm von Humboldt bei der Gründung der HumboldtUniversität zu Berlin, die 1810 erfolgte.

Als er sich daran machte, den Plan seines Vorgängers einer Zusammenfassung der obersten Staatsund Verwaltungsbehörden im Staatsrat zu verwirklichen, kam es zum Konflikt mit seinem Kabinettschef Karl August Fürst von Hardenberg. Der leitende Minister interpretierte die Schaffung einer über ihm stehenden Zentralbehörde als einen Angriff auf seine Stellung. Als Hardenberg Staatskanzler wurde, nahm DohnaSchlobitten im November 1810 aus Protest gegen dessen autoritären Führungsstil seinen Abschied.

Von der Kabinettsdisziplin befreit konnte DohnaSchlobitten bei der Erhebung Ostpreußens gegen die napoleonische Fremdherrschaft eine führende Rolle spielen. Gemeinsam mit Stein trug er nach dem Brand von Moskau zum Zustandekommen der Zusammenkunft der ostpreußischen Stände am 5Februar 1813 in Königsberg bei. Zusammen mit Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg lenkte und leitete er die Verhandlungen des Ständetages.

Mit seinem Bruder und dem wie Stein in russischen Diensten stehenden Carl Philipp Gottfried von Clausewitz arbeitete er einen LandwehrordnungsEntwurf aus und sorgte durch eine geschickte Leitung der Beratungen für dessen Annahme. Er wurde zum Vorsitzenden der Generalkommission für die Volksbewaffnung gewählt und begann ohne Verzug gegen den Widerstand der Behörden mit der Organisation der Landwehr.

Erst nachträglich legitimierte der preußische König dieses selbständige Vorgehen der Ostpreußen. Am 17März 1813 genehmigte er den Plan zur Errichtung der Landwehr. Zwei Tage später beauftragte er den auf dem Ständetag zum Vorsitzenden der Generalkommission für die die Volksbewaffnung ernannten DohnaSchlobitten mit dieser Volksbewaffnung und ernannte ihn darüber hinaus zum Zivilgouverneur für Preußen östlich der Weichsel.

Trotz dieser Gunstbezeugungen kam eine Rückkehr in das preußische Ministerium wegen seines Gegensatzes zu Hardenberg nicht in Frage. Als nach dem Ende der napoleonischen Kriege am 3. Juni 1814 auch seine Zivilgouverneurstelle aufgehoben wurde, zog sich DohnaSchlobitten aus der aktiven Politik nach Schlobitten zurück.

Rückzug aus der Staatspolitik

Als Generallandschaftsdirektor, wozu er bereits am 28September 1813 gewählt worden war, und nach der Einführung der provinzialständischen Verfassung 1824 als Abgeordneter des Landkreises Mohrungen hat er auch ohne Staatsamt im öffentlichen Leben der Provinz starken Einfluss ausgeübt. DohnaSchlobitten nutzte ihn zur Unterstützung der liberalen Opposition seines Freundes Theodor von Schön. Er zeigte in der anschließenden Zeit der Restauration und Reaktion Zivilcourage. So veranlasste er 1820 einen Protest gegen die von seinem eigenen König mitgetragenen Karlsbader Beschlüsse.

 

Quelle

 

Familienrat & Mitgliederbeitrag

Unser Familienrat:

Prof. Dr. Lothar Graf zu Dohna-Schlobitten (Ehrenvorsitzender)
Jesko Graf zu Dohna-Schlobitten (Vorsitzender)
Christian Graf zu Dohna-Lauck (Ehrenratsvors.)
Christoph Graf zu Dohna-Schlobitten (Beirat)
Matthias Graf zu Dohna-Schlobitten (Adressverwaltg.)
Michael Graf zu Dohna-Schlobitten (Kassenwart bis 31.12.2018)
Dr. Maximilian Graf zu Dohna-Lauck (Kassenwart ab 1.1.2019)
Dorothee von Zitzewitz (Familienbetreuerin)
Henriette Freirau von Hammerstein-Gesmold (Schriftführerin)
Constanze von der Goltz (IT- und Jugend-Beauftragte)

Alix Nickel (Kassenprüfer)

Mitgliederbeitrag:

Die Bankverbindung für Spendenwillige und Beitragszahler:

Michael Graf zu Dohna
Sonderkonto Familienverband
IBAN: DE41 2012 0000 0000 0630 24
BIC: BEGO DEHH XXX

Berenberg Bank Hamburg
Konto 63024 · BLZ 201 200 00

Der Mindestbeitrag für Mitglieder beträgt 40.-€  p.a. und Person.

 

Siegerhengst des Trakehner Hengstmarkt 2013


Was für ein Zuchterfolg! Kissinger heisst der Siegerhengst des Trakehner Hengstmarkt 2013. Gezüchtet von Alexandra Gräfin zu Dohna.

Abstammung: v. Singolo a.d. Kontessina v. Arogno — Ginster“
Masse: 166/20,5,
Z.: Alexandra Gräfin Dohna/29646 Bispingen/Niedersachsen,
B.: Hans Kinzler, 27239 Heiligenloh/ Niedersachsen

Hier gehts zum Presseartikel:

jubel-fuer-die-graefin-und-kissinger