Wiedergeboren im virtuellen Raum

Gießener Allgemeine – 21. Oktober 2016:
Einmal durch ein barockes Schloss in Ostpreußen wandeln, das aussieht wie neu – sicherlich nicht nur für Historiker ein spannendes Erlebnis. Ein bislang einmaliges Forschungsprojekt hat es sich zum Ziel gesetzt, zwei der zerstörten Prachtbauten wieder zum Leben zu erwecken, und zwar virtuell. Federführend ist das Marburger Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung. Koordinator Dr.-Ing. Piotr Kuroczynski erklärt, was es mit der Rekonstruktion auf sich hat.

Seit 2013 arbeiten Wissenschaftler aus Deutschland, Polen und Russland zusammen, um die infolge des Zweiten Weltkriegs völlig zerstörten barocken Schlösser Schlodien (Gladysze, Polen) und Friedrichstein (Kamenka, Russland) mittels modernster Technik zu rekonstruieren. Unter dem Titel »Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen – Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen« bekommen die Ruinen am Computer ihr altes Gesicht zurück. Die Experten befinden sich auf der Zielgeraden. Ende des Jahres soll Schloss Schlodien in einem »virtuellen Museum« begehbar sein. »Wir können zum ersten Mal eine wissenschaftlich begründete 3-D-Rekonstruktion im virtuellen Raum zeigen«, sagt Kuroczynski.

Projektleiter Dr. Dietmar Popp vom Herder-Institut erinnert sich an die Anfänge des Projekts. Bei einer Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger in Darmstadt habe er Kuroczynski kennengelernt. Nach einem Vortrag zum Schloss Schlodien und einem gemeinsamen Gespräch sei sehr schnell klar geworden, dass man neue Wege beschreiten wolle. 2011 habe man mit dem Institut für Raumdarstellung in Frankfurt ein Konzept für einen Forschungsantrag entwickelt. Der Direktor des Herder-Instituts, Prof. Dr. Peter Haslinger, habe dann den positiv bewerteten Antrag bei der Leibniz-Gemeinschaft gestellt… mehr lesen?

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