Lauck (Lawki)

Die Handfeste des Ortes ist von 1376. Das Dorf macht einen recht malerischen Eindruck. Außenmauern, Ostgiebel und Turmunterbau der 1945 zerstörten Kirche aus dem letzten Viertel des 14. Jhs. kann man noch sehen.

Dohna-Lauck gehörte mit Dohna-Schlobitten, Dohna-Schlodien und Dohna-Reichertswalde zu den vier Majoraten, die am Anfang des 18. Jhs. gebildet wurden. Im Vergleich zu den anderen Majoraten war Lauck schwächer im Ertrag. Als nach 1806 die Landpreise drastisch sanken, verstärkt durch Mißernten und Viehseuchen, kamen etliche landwirtschaftliche Betriebe, adlige und bäuerliche, in Schwierigkeiten. Der Majoratsherr auf Lauck in dieser Zeit, Adolph zu Dohna (1756 – 1822) vermochte es nicht, der wirtschaftlichen Probleme Herr zu werden. Das Gut geriet in Konkurs und kam unter Zwangsverwaltung. Der einzige Sohn war 1813 bei Groß Görschen gefallen. Somit erbte der Vetter Friedrich Alexander zu Dohna-Lauck (1769 – 1834). Er war als Kriegsinvalide zu arm, um das Blatt zu wenden. Erst dem nächsten Erben Friedrich zu Dohna-Lauck (1799 – 1873), Sohn des Bruders, gelingt es auf der Basis guter landwirtschaftlicher Ausbildung und reicher Heiraten, der Betrieb wieder flott zu machen.[1]

Nach dem Aussterben der Reichertswalder Linie 1878 vereinigte man die Majorate von Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde und die Laucker Dohnas zogen in das größere Schloß in Reichertswalde. Das Laucker Haus wurde vermietet, verfiel jedoch im Laufe der Zeit.[2] Die Toten der Linie Dohna-Lauck wurden bis 1923 in der Gruft der Kirche von Lauck beigesetzt.

Das barocke Dohna-Schloss Lauck wurde vor 1700 unter der Ägide von Christoph Friedrich zu Dohna (1652 – 1734), Herr auf Reichertswalde und Lauck, errichtet. existiert nicht mehr. Im Gegensatz zu vielen anderen verschwundenen Schlössern wurde dieses aber bereits 1935 abgetragen, nachdem die Ländereien größtenteils verkauft worden waren. Die wertvollen Teile der Einrichtung kamen nach Reichertswalde. Übrig blieb das Beamtenhaus aus dem 18. Jh., umgebaut im 19. und 20. Jh.

 


[1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 507 f
[2] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, s. 752 ff

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Mohrungen (Moraq)

Das Dohna-Schlösschen

Peter zu Dohna (1483 – 1553) wurde 1525 Amtshauptmann von Mohrungen und wohnte in der Ordensburg. Amt und Burg Mohrungen war von 1527 bis 1573 und nochmals im 17. Jh. an die Dohnas verpfändet. Der Amtshauptmann Achatius zu Dohna (1533 – 1601), Peters Sohn, erwarb 1561 ein Grundstück unmittelbar an der Stadtmauer zur Seeseite hin und ließ darauf zwei Wohnhäuser errichten, die 1595 unter Fabian zu Dohna (1577– 1631) zum „Schlößchen“ umgebaut wurden. Zum Grundstück gehörte eine Pforte in der Stadtmauer mit Zugbrücke. Diese gewährte zwar den Nutzungsberechtigten das Privileg, Ware unter Umgehung der üblicherweise am Stadttor zu entrichtende Akzise in die Stadt zu bringen. Im Gegenzug waren die Besitzer aber dazu verpflichtet, die Stadtmauer und die Türme in verteidigungsfähigem Zustand zu erhalten.

Ein großer Stadtbrand 1697 zerstörte auch das Schlößchen samt seiner wertvollen Innenausstattung. Insbesondere die 6.500 Bände umfassende Bibliothek ging verloren und das Dohnasche Archiv, das man hier untergebracht hatte, weil es in der Stadt sicherer aufgehoben war als auf dem Land, wurde danach nach Reichertswalde verlegt. Das Gebäude blieb 20 Jahre lang Ruine. Dann erfolgte 1717 – 1719 der stattliche Wiederaufbau unter der Leitung des Baumeisters Johann Caspar Hindersin. Ein dazu gehörendes Kavalierhaus entstand 1725, die beiden Torhäuser wurden 1731 vollendet. Im 18. Jh. wohnten verschiedene Mitglieder der Familie zu Dohna in dem Haus und 1807 versteckte sich hier Marschall Bernadotte vor den Russen.

Lange Zeit Sitz der Amtshauptleute, diente das Schlößchen im 19. und 20. Jh. u. a. dem Landratsamt Mohrungen und als Wohnung seines Landrats. 1928 wurde es von Alexander zu Dohna-Schlobitten an den Kreis verkauft und im 2. Weltkrieg stark zerstört. Die Polen bauten es sorgfältig und historisch getreu 1975 – 1985 wieder auf. Jetzt zeigt man dort eine Gemäldesammlung der Grafen zu Dohna, verschiedene Gegenstände aus Dohnaschem Besitz, das Epitaph von Peter zu Dohna und seiner Frau aus der Mohrunger Kirche[1] sowie eine rd. 50 Gemälde umfassende Porträt-Sammlung des niederländischen Malers Landheer, die dieser der Stadt geschenkt hat. In einigen Räumen stehen wertvolle alte Möbel aus verschiedenen Epochen vom Barock bis zum Jugendstil.. Hauptsächlich aber dient das Schlößchen als Herder-Gedenkausstellung.

Im Dohna-Schlößchen befinden sich – gut restauriert – auch zwei Gemälde aus der Werkstatt von Lucas Cranach, die einst im Königsberger Dom hingen: Martin Luther und Herzog Albrecht.[2]


[1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser, Band II, S. 696 ff
[2] Lorenz Grimoni, Königsberg-Spuren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Königsberger Bürgerbrief, Winter 2010, S. 48

Schlodien (Gladysze)

Die Besitzung Schlodien wurde 1643 von Erhard Werner aus einer adligen prußischen Familie wegen hoher Schuldforderungen an Achatius II. zu Dohna (1581 – 1647) und Friedrich d. Ä. zu Dohna (1619 – 1688) abgetreten und 1654 in brüderlicher Teilung der Linie Bochertsdorf übertragen.[1] Im Wege der Erbschaft gelangte Schlodien 1688 an Christoph Burggraf und Graf zu Dohna (5.4.1665 in Coppet – 11.10.1733), Bruder von Alexander zu Dohna-Schlobitten (1661 – 1728), Kammerherr von Kurfürst Friedrich III., Kommandeur der Grands Musquetaires und der kurfürstlichen Garden. 1699 wurde er zum General ernannt. Hauptsächlich jedoch diente er seinem Kurfürsten und König in diplomatischen Missionen. Er war einer der ersten, der den anlässlich der Krönung 1701 gestifteten Schwarzen Adlerorden erhielt. Als wichtige historische Quelle hinterließ Christoph zu Dohna die in französischer Sprache geschriebenen „Denkwürdigkeiten über die Regierung und den Hof von Friedrich I., König in Preußen“.[2]

3D-Visualisierung Schlodiens vom Herder-Institut; Dr. Piotr Kuroczynski

Christoph zu Dohna wohnte zunächst im Schlösschen in Mohrungen. Als dieses 1697 abbrannte, betrieb er den Neubau in Schlodien. Ein vermutlich vorhandenen altes Gutshaus wurde in den Neubau einbezogen. Das Schloss gestaltete der Hugenotte Jean de Bodt (1670 – 1745), den Christoph zu Dohna vermutlich in seiner Gesandtenzeit am englischen Hof 1698/99 kennen gelernt hatte, berühmt als Architekt des Zeughauses in Berlin, der Schlodien 1701 – 1704 zu einer seiner schönsten Anlagen des Hochbarock gestaltete. Die Bauausführung oblag Johann Caspar Hindersin. Dach und Seitenanbauten stammten aus dem 19. Jh.

Interessant ist, wie Architektur-Stile innerhalb der Familie weiter gereicht wurden. So ähnelt das Schloss in Neuwied am Rhein, das 1707 – 1712 erbaut wurde (Torhäuser 1719 — 1720, Seitengebäude bis 1756) auffallend dem in Schlodien. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass der Fürst zu Wied der Schwager des Bauherrn von Schlodien war. Im Innern dagegen war Haus Schlodien von holländischen Stilformen nach dem Vorbild des “Huis ten Bosch” nahe Den Haag – 1647 von Pieter Post vollendet – geprägt. Jenes ließ Amalie von Solms, Witwe Friedrich Heinrichs von Oranien, anlegen, und die war eine Schwester der Gräfin zu Dohna in Schlodien.

1710 wurde die Genehmigung zur Stiftung des Schlodier Majorats erteilt. Christophs Sohn Carl Florus zu Dohna (1693 – 1765) kaufte 1762 von Friedrich Carl zu Dohna das Majorat Carwinden hinzu. Beide Majorate blieben bis 1945 im Besitz der Familie Dohna-Schlodien.

Carl Ludwig zu Dohna (1758 – 1838) war mit Max von Schenkendorff befreundet und der Dichter der Freiheitslieder hielt sich nach seiner Verwundung 1810 einige Zeit in Schlodien auf. Kronprinz Friedrich Wilhelm, als König später der IV., und sein Bruder Wilhelm, später der erste Kaiser im Deutschen Reich, hielten sich ebenfalls mit ihren Haushofmeistern 1809 einige Zeit in Schlodien auf.

Carl zu Dohna (1814 – 1890), Majoratsherr seit 1843, erweiterte den Besitz von Schlodien und kümmerte sich auch intensiv um Ausbau und Restaurierung der Vorwerke. Er wurde 1861 Kammerherr bei Königin Augusta, 1879 Obermarschall des Königreichs Preußen und 1884 Vorsitzender des Provinziallandtags.

Nikolaus Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien (5.4.1879 in Mallmitz – 21.8.1956) war als Korvettenkapitän Kommandant eines im 1. Weltkrieg sehr populären und in ihrem Metier durchaus erfolgreichen deutschen Kaperschiffs, der als Kauffahrerschiff getarnten „Möwe“. Im Zuge des Seekriegs versenkte bzw. erbeutete die Möwe auf einer ersten Kaperfahrt 18 Schiffe, insgesamt fielen ihr auf zwei Reisen unter Graf Dohnas Regie 38 Schiffe mit mehr als 175.000 BRT zum Opfer. Nach dem Versailler Vertrag musste die Möwe an die Engländer ausgeliefert werden und lief dort unter dem Namen Greenbrier“. Nachdem sie 1933 von Deutschland zurückgekauft werden konnte, fuhr sie noch jahrelang unter dem Namen „Oldenburg“, bis sie am 7. 4. 1945 nach einem Luftangriff alliierter Flugzeuge schwer getroffen bei Vadhein im Sogefjord sank. Graf zu Dohna-Schlodien sollte aber in die Geschichte der Deutschen Seefahrt als vorbildlicher Kapitän eines der bestbewaffneten Kauffahrerschiffe eingehen, die jemals die sieben Meere befahren haben.

Die letzten deutschen Herren auf Schlodien, Christoph zu Dohna (1922 – 1944) und Emanuel zu Dohna (1927 – 1945) fielen im 2. Weltkrieg. Die Mutter ging am 21. 1. 1945 mit den Töchtern auf die Flucht in den Westen.

Nach dem 2. Weltkrieg nutzte ein staatliches Getreidegut das Gebäude vor allem als Lager, aber auch als Diskothek für die Jugend des Dorfes. Das Schloss, das den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden hatte, brannte am 17. 7. 1986 – inzwischen leer und heruntergekommen – vollständig nieder. Die ehemals in die Wand eingelassenen Gemälde waren nach dem Krieg herausgenommen worden und befinden sich jetzt im Museum von Olsztyn – Allenstein. Vierzig nach dem Krieg in Sicherheit gebrachte Bilder aus Schlodien (von 250), vornehmlich von niederländischen Malern, befinden sich heute im Dohna-Schlösschen in Mohrungen. Ein Teil des besonders hohen Silberbestands, der sich im Laufe von über 200 Jahren angesammelt hatte, weil das Fideikommiß-Statut die permanente Vermehrung seineses Bestandes vorgeschrieben hatte, wurde 1944 nach Bernburg ausgelagert und ist seit 1945 verschollen[3]. Das separate Küchenhaus, eine ziemlich einmalige Einrichtung in Ostpreußen, wurde abgerissen und der ehemalige Marstall verfällt. Der einst gepflegte Park, angelegt von dem Gartenarchitekten Johann Larass 1867/68, ist verwildert. Seit 2005 sorgt eine Polnisch-Deutsche Stifrung zumSchutze des Kuloturerbes im Ermland für die Konservierung der Ruine und plant die Wiederherstellung von Schloss und Park.

Die ehemalige Gutskirche, erbaut 1879 im Wald in Richtung Karwiny – Karwinden, rottet vor sich hin. Das unter Carl zu Dohna erbaute Mausoleum im Schlosspark ist noch ruinös vorhanden. Es löste 1879 das Erbbegräbnis an der Ostwand der Patronatskirche von Hermsdorf ab.

 

[1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 755
[2] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 459
[3] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 758 + 762

Waldburg Capustigall

Die nachfolgenden Ausführungen gehen maßgeblich zurück auf das Buch von Hans Graf zu Dohna „Waldburg-Capustigall“, 2. Auflage 2009, erschienen im C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn, ISBN 978-3-7980-0607-2

Von den Gutsgebäuden und vom Dorf in Waldburg steht kein Stein mehr auf dem anderen. Auch wenn kaum noch etwas zu sehen ist, haben wir den Bericht über Waldburg-Capustigall aufgenommen, weil er so hervorragend aus dem persönlichen Erleben dokumentiert ist und einen sehr geschlossenen Einblick in das Schicksal einer der bedeutenden Adelsfamilien in Ostpreußen gibt. Der Bericht soll auch dazu anregen, sich mit dem genannten Buch zu beschäftigen.

Die Geschichte von Capustigall geht bis ins 16. Jh. zurück. Erste Besitzer des Gutes waren die Herren von Lehndorff, die auf dem nahen Gut in Maulen saßen. Von 1637 bis 1700 wohnten hier die Herrn von Mühlheim, ursprünglich einer Königsberger Patrizierfamilie entstammend, danach die Familie von Kreytzen. Von Johann Albrecht Graf v. Kreytzen erwarb 1711 Friedrich Wilhelm von Chièze (1672 – 1740) die Herrschaft und ließ erstmals ein großes barockes Gutshaus errichten. Friedrich Wilhelm von Chièze war der Sohn von Philipp von Chièze (1629 – 1673) und seiner Frau Katharina (1650 – 1703), die beide eine große Bedeutung für die Herrschaft Rautenburg und den Bau des Kleinen und Großen Friedrichsgrabens im Kreis Elchniederung hatten (siehe dort). Friedrich Wilhelm hatte sich von seinem jüngeren Halbbruder Karl Ludwig Graf Truchseß zu Waldburg, der die Herrschaft Rautenburg von seiner Mutter erbte, mit 26.000 Talern auszahlen lassen und war somit für den Kauf des Landes und den Bau des Gutshauses offenbar recht liquide ausgestattet. Er lebte auf Capustigall mit seiner Frau Katharina Luise, geb. v. Tettau (1689 – 1736).

Die erbenden Kinder der beiden Halbbrüder Friedrich Wilhelm von Chièze und Karl Ludwig Graf Truchseß zu Waldburg gingen 1738 eine gemeinsame Ehe ein: Friedrich Ludwig I. Graf Truchseß zu Waldburg (1711 – 1777), der Rautenburg übernahm, heiratete Charlotte Sophie von Chièze (1720 – 1761), die Capustigall erbte. Somit waren beide Herrschaften vereint und das Ehepaar zog in das neue Schloss Capustigall ein. Friedrich Ludwig I. verkaufte 1744 den Besitz Rautenburg an seinen Schwager Johann Gebhard Graf von Keyserlingk (1699 – 1761), der mit der klugen und geselligen Charlotte Caroline Gräfin Truchseß zu Waldburg (gest. 1792), der Schwester von Friedrich Ludwig I., verheiratet war. Friedrich Ludwig II. Graf Truchseß zu Waldburg (1741 – 1810) und vermutlich auch die Brüder Karl (geb. 1745) und Otto (geb. 1747) wurden in Capustigall von Kant unterrichtet, der zu diesem Zweck mit dem Pferdewagen aus dem nahen Königsberg herbeigeholt wurde.[1] Unter Bezug darauf gab es bis 1945 im Schloss eine „Kant-Stube“. In der Zeit Friedrich Ludwigs II. wurde 1786 das nahe Gut Wesdehlen hinzugekauft.

Friedrich Ludwig III. (1776 – 1844) schlug die militärische Laufbahn ein, heiratete Prinzessin Maria Antonia von Hohenzollern-Hechingen (1781 – 1831), nahm in der napoleonischen Zeit Dienst in der mit Napoleon verbundenen bayrischen Armee, fand sich aber zu den Befreiungskriegen wieder auf der Seite Preußens ein. Nach der Abdankung Napoleons gehörte er bei dessen Fahrt ins Exil nach Elba zur alliierten Begleitmannschaft und hinterließ über diese Reise der Nachwelt einen Bericht, der ein interessantes Licht auf die Persönlichkeit des einstigen Kaisers warf. Nach den Befreiungskriegen war Friedrich Ludwig III. Gesandter an verschiedenen Höfen in Italien, so in Turin und Florenz, und den Niederlanden,

Eine der vier Töchter Friedrich Ludwigs III., Mathilde (1813 – 1858), erbte Capustigall. Sie heiratete am 6. 6. 1835 Richard Graf zu Dohna-Schlobitten (1807 – 1894) und damit gelangte der Besitz an die Familie zu Dohna. Zur Erinnerung an die im Aussterben begriffene Linie der Truchseß zu Waldburg in Ostpreußen erwirkte Gräfin Mathilde die Umbenennung der Begüterung von Capustigall in Waldburg. 1875 war die preußische Linie der Truchseß zu Waldburg dann im Mannesstamm erloschen. In dieser Zeit des Übergans an die Dohnas nach 1833 wurde das barocke Herrenhaus im italienischen Stil unter Mitwirkung italienischer Handwerker umgebaut und ein Mezzaningeschoss aufgesetzt. In Innern prunkte das neue Haus mit weißem Carraramarmor für die Treppe und die Fensterbänke. Es heißt, das ein für Russland bestimmtes Schiff im Frischen Haff strandete und neben einer Lieferung für Capustigall auch der für Peterhof versandte Marmor hier gelöscht werden musste. Er wurde von den Waldburgern zu günstigen Konditionen übernommen und beim Umbau verwendet.[2]

Beim Tod von Mathilde Gräfin zu Dohna erbten den Besitz Waldburg- Capustigall ihr Mann Richard, gefolgt von ihrem Sohn Eberhard I. Graf zu Dohna (1846 – 1905). Nach der Heirat von Eberhard I. zu Dohna mit Elisabeth Gräfin von Kanitz 1878 zog das Ehepaar in Waldburg ein. Vater Richard zu Dohna, der in Schlobitten wohnte, sorgte bei dieser Gelegenheit für eine Arrondierung des Besitzes um das benachbarte Gut Maulen mit Ludwigshof, dem Gasthaus „Zur Hoffnung“ und Teilen des unmittelbar am Haff gelegenen Heide-Maulen, um die Ertragsfähigkeit des Gutes Waldburg zu steigern. Eberhard I. ließ 1888 ein ziegelgedecktes hohes Walmdach aufsetzen und das italienische Aussehen durch ein Äußeres im Stil der Neorenaissance ersetzen. 1904 erhielt das Haus Strom, 1909 eine mit Koks betriebene Zentralheizung. Die Inneneinrichtung blieb von den Umbauten jedoch weitgehend unberührt. Auch Eberhard I. erweiterte den Besitz um angrenzende Flächen 1894 war Waldburg in ein Familien-Fideikommiß umgewandelt worden..

In der Erbfolge erschien nunmehr Eberhard II. Richard Graf zu Dohna (1875 – 1957), der 1907 Renata Gräfin v. Hochberg (1883 – 1948) heiratete, zu deren Familie ein in Ostpreußen weitgehend bekannter Architekt gehörte. Eberhard II. war der Vater von Hans Graf zu Dohna (geb. 1925), dem Autor des genannten Buches über Waldburg-Capustigall. Letzter Besitzer von Waldburg war Eberhard III. Bolko Graf zu Dohna (1908 – 1983), dem Eberhard II. die Verwaltung des Gutes in schwieriger Wirtschaftslage 1938 übertragen hatte.

Die Landwirtschaftsfläche der Herrschaft Waldburg betrug zuletzt 1.915 Hektar, davon 1.079 ha Ackerland, 349ha Wiesen, 392 ha Weiden und 69 ha Wald.. Die Wirtschaftsflächen teilten sich auf das Hauptgut und die Vorwerke Kolbnicken, Wesdehlen und Seepothen auf. Der Viehbestand setzte sich aus 835 Rindern, 312 Schafen, 307 Schweinen und 223 Pferden zusammen.[3] Das Land bestand teilweise aus schweren Böden und Überschwemmungsgebieten, aber auch gut zu bewirtschaftenden Äckern. Waldburg selbst verfügte nur über 375 Hektar, bestehend aus 75 Hektar Moorwiesen, 150 Hektar unter dem Pflug, 75 Hektar Wald und der Rest auf Dauerweiden. Der Wirtschaftsbetrieb in Waldburg mit Pferdeställen, Wagenremisen, Getreidespeicher, Scheunen etc. konzentrierte sich auf zwei aneinander grenzende Höfe unweit des Gutshauses. Neben 20 Arbeitspferden gab es 60 Kühe und 10 Ochsen. Im Dorf gab es vier Insthäuser mit14 Wohnungen von Bediensteten.

Im Gutshaus von Seepothen, das 1921 vom Architekten Friedrich Franz Graf von Hochberg (1875 – 1954) umgestaltet wurde, wohnte von 1922 – 1929 Heinrich Graf zu Dohna, während er die Waldburger Ländereien für seinen Bruder Eberhard zu Dohna (1875 – 1957) verwaltete. Heinrich Grad zu Dohna wurde als Widerständler gegen Hitler 1944 hingerichtet (dazu siehe Tolksdorf im Kreis Rastenburg). Letzter deutscher Besitzer war Eberhard Bolko zu Dohna-Schlobitten (1908 – 1983). In Seepothen wirtschaftete nach dem Krieg eine Kolchose. Das Haus wurde nach dem 2. Weltkrieg abgerissen, auf den Grundmauern später ein zweistöckiges Haus errichtet, das aber wohl nicht über den Rohbau hinaus kam.[4]

Gut Maulen wurde 1877 von Richard zu Dohna-Schlobitten (1807 – 1894) gekauft und wurde zeitweise von Mitgliedern der Familie bewohnt. Nach dem Verkauf 1928 an die Ostpreußische Siedlungsgenossenschaft besaß es Victor Adalbert zu Dohna-Schlobitten bis 1936, als er sich in Grünwalde in Masuren einkaufte. Das Gutshaus steht nicht mehr.[5]

Nach heftigen Kämpfen zwischen den deutschen Truppen und der Roten Armee ab Ende Januar, bei der Waldburg wechselseitig besetzt wurde, eroberten die Russen das Gut endgültig am 6. Februar 1945. Von Waldburg blieb nur ein Trümmerfeld. Der Treck der Seepother wurde unweit von Waldburg von den Russen überrollt, die Leute zurückgeschickt, einige von Ihnen wurden erschossen oder grauenvoll ermordet, die Frauen vergewaltigt. Einige begingen Selbstmord, andere verhungerten. Eberhard III. zu Dohna hat eine Liste der Personenverluste der Begüterung Waldburg aufgestellt, die 66 Tote, 46 Verschleppte und Vermisste sowie 8 Gefallene aufführt.[6] Die gräfliche Familie entkam den Schrecken der Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee und fand nach dem Krieg eine Bleibe in der Nähe von Lüneburg.

Die in den Westen gelangten jungen Grafen zu Dohna nutzten das Geld aus dem Lastenausgleich im beginnenden Wirtschaftswunderland als Basis zur Gründung neuer Existenzen, indem sie in verschiedenen Orten der Bundesrepublik Betriebe der Chemischen Reinigung nach amerikanischem Vorbild einrichteten, vornehmlich im Südwesten und Westen, beginnend mit der „Dohna, chem.-Reinigung KG“ in Kaiserlautern. Es entstanden im Laufe der Nachkriegsjahre eine ganze Reihe von Betrieben dieser Art. Jeder Familienzweig agierte dabei für sich allein, aber alle koordinierten ihre unternehmerischen Entscheidungen und betrieben eine gemeinsame Werbung unter dem Namen Dohna. Das hat ganz offensichtlich gut funktioniert und ist ein Bespiel dafür, wie ostpreußischer Unternehmergeist die deutsche Marktwirtschaft bereichert hat.

 

[1] Hans Graf zu Dohna, Waldburg-Capustigall, S. 71
[2] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 788
[3] Hans Graf zu Dohna, Unbeschwerte Zeit, Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen, 2015, S. 36
[4] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 808/809
[5] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 806
[6] Hans Graf zu Dohna, Waldburg-Capustigall, S. 138

Schlobitten (Slobity)

Der Name des Ortes ist prußischen Ursprungs. Die Slobita, Slobithe, Slobuthe waren Prußische Edle saßen hier, aber man weiß nichts Näheres über sie. Ihre Ländereien übertrug der Orden einer Familie Landgreff und dann einer Familie Haubitz. Im Jahr 1525 fiel die Begüterung an Peter zu Dohna (1483 – 1553) und von 1589 bis 1945 befand sich hier der Hauptsitz der Linie zu Dohna-Schlobitten.

Die ersten Dohnas wohnten im sogenannten „Neuen Haus“, errichtet unter Achatius zu Dohna (1533 – 1601). Teile des gewölbten Kellers aus dem 16. Jh. wurden in den späteren Bau integriert. Der nachfolgende Landsitz im Stil der Renaissance nach niederländischen Vorbildern des 17. Jhs. entstand 1621 – 1624 unter Abraham zu Dohna (1579 – 1631), Festungsbaumeister und daher selbst zur Planung befähigt. Abraham zu Dohna ließ bereits 1627 einen einstöckigen Saal für seine umfangreiche Bibliothek anbauen. Das Haus wurde schon recht bald von den Schweden zerstört, aber wieder notdürftig aufgebaut und bildete später das Mittelstück der barocken Erweiterung.

An dem hochbarocken Neubau eines Schlosses, in Auftrag gegeben von dem späteren Feldmarschall Alexander zu Dohna (1661 – 1728), an dem von 1696 – 1736 gebaut wurde und der in der Hauptsache 1713 fertig gestellt war, war zunächst der Baumeister Jean Baptist Broebes (1660 – nach 1720) verantwortlich, damals Festungsbaumeister in Pillau, der den Generalplan für die Schlossanlage entwarf und 1695 – 1698 den Ostflügel baute. Ab 1704 übernahm Johann Caspar Hindersin (1677 – 1738) die Bauleitung. Er wurde unterstützt von dem Königsberger Schlossbaumeister und Leiter des ostpreußischen Bauwesens Joachim Ludwig Schultheiß von Unfried (1678 – 1753) als Obergutachter mit dem Ergebnis, dass der Mitteltrakt um ein niedriges Geschoss unter einem Mansarddach aufgestockt wurde.[2]Man baute an das vorhandene Gebäude einstöckige seitliche Galerien an, an die senkrecht zum Schloss Seitenflügel angefügt wurden. Als Besonderheit verzichtete man auf den zentralen repräsentativen Schlosseingang und ersetzte diesen durch zwei symmetrische Eingänge neben den Galerien.

Das Ergebnis war eines der ostpreußischen Königsschlösser, so genannt, weil sie die Aufgabe hatten, dem preußischen König bei seinen Reisen durch die Provinz als angemessene Herberge zur Verfügung zu stehen.

Unter den alten Linden, gepflanzt 1625, die in Reihen auf das Schloss zuführten und von denen einige überlebten, lustwandelte einst auch Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher (1768 – 1834), als er in jungen Jahren von 1790 – 1793 Hauslehrer auf Schlobitten war.

Während der Eroberung Preußens durch Napoleon machte für kurze Zeit Marschall Bernadotte 1807 das Schloss zu seinem Hauptquartier. Letztlich nahm Kaiser Wilhelm II. hier häufig seinen Aufenthalt, wenn er jedes Jahr zu den Jagden Fürst Richards zu Dohna anreiste.

Gegenüber dem Schloss, durch 2 Teiche – ehemalige , Festungsgräben – getrennt, über die eine Steinbrücke führt, wurden zum Baustil passende Wirtschaftsgebäude – Brennerei und Brauerei – errichtet. Der Marstall mit barockem Turm und Glockenuhr befand sich auf der östlichen Seite des geschlossenen Hofes.

Zum Besitz Schlobitten gehörten noch die Herrenhäuser in Prökelwitz, Davids (seit 1730), Kielmy – Coellmen (nach 1845) und Bielica – Behlenhof (seit 1845). Coellmen wurde von Richard zu Dohna-Schlobitten (1807 – 1894) erworben. Als sein Sohn Richard (1843 – 1916) hier seinen Hausstand gründete, verlängerte man das ursprünglich siebenachsige Hause um drei Achsen. Zuletzt wohnte dort der Gutsinspektor. Das Haus soll erhalten sein. Behlenhof war eine Erwerbung von Carl zu Dohna-Schlodien (1814 – 1890) Sein Sohn Achatius zu Dohna (1859 – 1933) verkaufte das Anwesen 1905 an Richard Fürst zu Dohna-Schlobitten (1872 – 1918) und dessen verwitwete Schwiegertochter nutzte den Erlös aus dem Verkauf 1930 zur Finanzierung des Erwerbs von Grünwalde in Masuren durch ihren Sohn Victor Adalbert. Das Haus ging am Ende des zweiten Weltkriegs zu Grunde.[1]

Nachdem das Schloss unbeschadet über die Jahrhunderte gekommen und ein Sammelort für die verschiedensten kulturellen Schätze der Dohnas geworden war, brachte die Eroberung Ostpreußens durch die Rote Armee im 2. Weltkrieg, in Schlobitten am 23. Januar 1945, die weit verbreitete Demolierung und Zerstörung durch Brandstiftung. Die Ruinen der Seitenflügel wurden abgetragen, die Außenwände des Haupthauses stehen noch. Marstall und Brauerei im Nordosten wurden im Frühjahr 1945 von Fliegerbomben getroffen und die Ruinen nach dem Krieg abgeräumt. Es existiert noch das ehemalige Branntweinhaus, errichtet 1704/05. Es wird aber nicht mehr bewirtschaftet und verfällt.

Weitere Einzelheiten und viele Bilder zum Schloss Schlobitten siehe Wulf D. Wagner, Stationen einer Krönungsreise – Schlösser und Gutshäuser in Ostpreußen, Berlin 2001. Kontakt über wurfdwagner@compuserve.de Außerdem siehe das Buch von Alexander Fürst zu Dohna-Schlobitten: „Erinnerungen eines alten Ostpreußen“ und das mit einem Geleitwort von Carl Jacob Burckhardt versehene Werk „Das Dohnasche Schloss Schlobitten in Ostpreußen“ mit über 400 Abbildungen (Kohlhammer-Verlag, Stuttgart).

Schlobitten Animation: Die königliche Mittelstube

Im Aufrag des Familienverbandes erstellt von Bone Buddrus.

 

Ruine 2015

Kotzenau (Chocianów)

Das Schloss in Chocianów (Klein-Kotzenau) im Powiat Polkowicki, Woiwodschaft Niederschlesien, wurde 1297 im Auftrag von Herzog von Schweidnitz Bolko I. errichtet.

Das Schloss wurKleinkotzenau_schlossde 1444 Eigentum der Familie Dornhein, später der Adelsgeschlechter von Nostitz, von Stosch und von Dohna.

Der nächste Besitzer Melchior Gottlob von Reden hat den Architekten Martin Frantz mit dem Umbau des Schlosses beauftragt, der von 1728 bis 1732 erfolgte. Es entstand eine barocke Residenz. Vom alten Schloss ist nur der Turm und einige Mauern übriggeblieben.

Das barocke Schloss hat ein Erd-, ein Ober- und ein Dachgeschoss unter einem mit Dachziegeln gedecktem Mansarddach mit Lukarnen. Die Fassaden sind mit korinthischen Pilastern aufgeteilt, das Eingangsportal wird von korinthischen Säulen flankiert. Das Schloss ist voll unterkellert.

Das Schloss wurde 1945 nur leicht beschädigt, blieb aber ungenutzt und verfiel allmählich. 1997 wurde es schließlich verkauft und wird renoviert.

Das Schloss wurde am 28. April 1950 unter A/3506/215 und am 13. November 1956 unter 340 in das Verzeichnis der Baudenkmäler der Woiwodschaft Niederschlesien eingetragen (wikipedia)

 

Finckenstein (Kamieniec)

Das Dorf nahe dem Gaudensee wurde 1339 erstmals urkundlich als „Hawirsdorf“ erwähnt, woraus sich bald der Name Habersdorf entwickelte. Nach der Umwandlung des Ordensstaates in ein Herzogtum übereignete Herzog Albrecht seinem Freund und Vertrauten Georg von Polentz, Bischof des Samlands, das Amt Schönberg einschließlich der Habersdorfer Güter. Der verlieh Habersdorf 1547 weiter an Balthasar von Köckeritz. 1556 fiel Gut Habersdorf an die Familie Polentz zurück und gehörte bis 1653 erneut zur deren Besitz. Dann wurde es zusammen mit der Besitzung Schönberg an General Jonas Casimir Freiherrn zu Eulenburg verkauft, bis am 25. Februar 1705 der General und Oberhofmeister Albrecht Conrad Finck von Finckenstein (1660 – 1735) die zum Zwangsverkauf stehende Begüterung mit einem Areal von 300 Hufen (à ca. 16.5 ha) einschließlich Michelau, Rosenau und Vogtenthal sowie zuzüglich dem Waldgebiet der „Gemeinen Heyde“ zum Preis von 78.100 Gulden erwarb. Er ließ dort eines der prächtigsten Schlösser Ostpreußens errichten.

Nachdem Albrecht Conrad 1735 gestorben war, verwalteten zunächst die 4 Söhne gemeinsam den Besitz, bis sie sich 1744 darauf verständigten, dass Finckenstein dem zweiten Sohn, Generalleutnant Friedrich Ludwig (1709 – 1785) allein überlassen wurde. Dessen einzig überlebende Tochter Caroline, die Enkelin des Generalfeldmarschalls, heiratete Friedrich Alexander Burggraf und Graf zu Dohna-Schlobitten (1741 – 1810). Dieser Burggraf kaufte 1782 die Begüterung Finckenstein für 280.000 Taler von seinem Schwiegervater und von da ab bis 1945 blieb sie im Besitz der Dohnas.

Im Sommer 1933 kamen Hitler und im Gefolge die Ehepaare Himmler und Heydrich, dazu Adjutanten, der Fotograf Hoffmann sowie andere Nazi-Würdenträger auf Einladung von Hermann Graf zu Dohna nach Finckenstein. Hermann zu Dohna hatte Hitler bereits 1932 durch Ostpreußen gefahren. Hermann zu Dohna (1894 – 1942) war Deputierter des Kreises Rosenberg von 1927 – 1937 und starb aufgrund eines Leidens, das er sich schon während der Teilnahme am 1. Weltkrieg zugezogen hatte, bereits mit 47 Jahren. Zum Lebensende hin löste er sich offenbar von seinen nationalsozialistischen Verstrickungen.[1]Sein Sohn Alfred zu Dohna (1917 – 1988), Mitglied der SS und Erbe, stand in jener Zeit als Offizier in einem Panzerregiment an der Front und verwaltete Finckenstein während mehrerer Beurlaubungen bis zur Flucht am 21. Januar 1945

Der Treck der Schlossbewohner und des Dorfes brach unter Führung von Clothilde zu Dohna, Mutter des Erben, am 21. Januar auf. Graf Alfred zu Dohna war vermählt mit Gertrud Sigel und lebte als Industriekaufmann mit seinen 1951 geborenen Zwillingen, Hermann und Ursula, und seiner Mutter in München.

 

 

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[1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 627

Jagdschloss Davids (Dawidy)

Ende des 15. Jhs. gehörte das Landgut einem Achatius Borck, danach der polnischen Familie Drzewicki. Nach dem Tod von Jerzy Drzewicki kaufte es 1705 die Familie zu Dohna und behielt es bis 1945.

Davids fungierte als Vorwerk von Schlobitten und verfügt über ein Schlösschen, das dank der Initiative eines Privatmanns, Herrn Stanislaw Matuszewicz, 1980 wiederaufgebaut wurde, sodann als Hotel diente und sich in einem guten Zustand befindet. Das 1730/31 auch als Witwensitz ausgebaute Gebäude im Stil des niederländischen Barocks mit niedrigem Erdgeschoss und großzügiger Beletage entstand auf Initiative von Burggraf und Feldmarschall Alexander Aemilius zu Dohna (17.7.1704 – 6.10.1745), der im zweiten schlesischen Krieg bei Soor fiel, nach Plänen von Landbaumeister Johann Caspar Hindersin. Später war es auch Jagdschloss und diente als Unterkunft für Geschwister des Schlobitter Besitzers. in der letzten deutschen Zeit wohnte im Obergeschoss der landwirtschaftliche Verwalter und unter den Förster.[1]

An der Stelle, wo die Landstraße von Dawidy – Davids nach Bady – Bunden aus dem Wald heraustritt, steht immer noch eine der stärksten Schlobitter Eichen mit einem Durchmesser von fast 2 m. Mehr als 200 Jahre alte Buchen, Linden und Taxus-Büsche schmücken den gepflegten kleinen Park um das Herrenhaus herum.

 

Davids ist heute ein Hotel

Das Hotel hatte inzwischenzeitlich seinen Betrieb eingestellt, ist aber seit März 2015 mit 5 geschmackvoll eingerichteten Zimmern wieder in Betrieb und als „Bed & Breakfast“ buchbar.

Aussenaufnahmen