Martin Luther und die Dohnas

Passend zum Reformationstag gibts hier noch einen kleinen Hinweis, dass auch unsere Familie eine unmittelbare Verbindung zum Reformator hatte. Johannes Luther (erstgeborener Sohn Martin Luthers) und seine Schwester Margarete brachten den Namen Luthers nach Ostpreußen. Johannes Luther studierte gemeinsam mit Achatius zu Dohna „Achaz I.“ (1533-1601) Jura in Königsberg. Johannes Luther heiratete bei seinem Aufenthalt in Ostpreussen im Jahre 1563 die Elisabeth von Schlieben.

Aus einer Quelle über Johannes Luther und seine Kinder geht hervor, dass sein Sohn Martinus Luther (Churfürstl. Brandenburgischer Rathmeister) seine Tochter taufen lässt. In diesem Schriftstück wird als 5. Taufpatin Barbara Burggräfin zu Dohna-Lauck (1604 -) genannt. Barbara Burggräfin zu Dohna ist mit einem von Creytzen verheiratet, und ist die Enkeltochter von Achatius zu Dohna.

Friedrich Graf zu Dohna-Schlobitten

(04. März 1784, Schlobitten – 21. Februar 1859, Berlin)

Friedrich Karl Emil war der Sohn von Friedrich Alexander zu Dohna-Schlobitten (* 6. Juli 1741 in Königsberg; † 8. April 1810 auf Schloss Finckenstein) und dessen Ehefrau Luise Amalie Caroline, geborene Gräfin Finck von Finckenstein (* 23. Oktober 1746 in Osterode in Ostpreußen; † 23. Februar 1825 in Finckenstein). Sie war die Tochter von Friedrich Ludwig Finck von Finckenstein. Sein Vater war Obermarschall des Königreichs Preußen, Ritter des Johanniterordens sowie Herr auf Schlobitten und Prökelwitz.

Friedrich zu Dohna-Schlobitten wurde am 6. Oktober 1793 als Junker beim Husarenregiment „von Suter“ Nr. 5 der Preußischen Armee angestellt. Er kam dann am 23. März 1798 als Fähnrich zum Dragonerregiment „von Werther“ Nr. 6 und wurde hier am 7. Juni 1800 Sekondeleutnant. In der Zeit der preußischen Reformen war er ein Vertrauter des Generals Gerhard von Scharnhorst, dessen Tochter Julie (1788–1827) er in Finckenstein am 10. November 1809 heiratete. 1812 war er als Major des russischen Zaren am Zustandekommen der Konvention von Tauroggen verantwortlich und kommandierte in den Befreiungskriegen das 2. Husarenregiment der russisch-deutschen Legion. Mit dem Regiment kämpfte er während der Befreiungskriege 1813/15 bei Vellahn, Schlagsdorf, Klavensick, Rossy, Namur, St. Denis, La Villette, der Blockade von Rendsburg und Antwerpen sowie in den Schlachten bei Ligny und Belle-Alliance. Für seine Leistungen in der Schlacht bei Wavre wurde Dohna-Schlobitten mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.

Nach Napoleons Niederwerfung kehrte er in preußische Dienste zurück und wurde am 29. März 1815 Kommandeur des 8. Ulanenregiments. Dieses führte er bis zu seiner Ernennung zum Kommandeur der 14. Kavallerie-Brigade am 3. April 1820. In dieser Stellung erfolgte dann am 30. März 1822 seine Beförderung zum Generalmajor. Als solcher wurde Dohna-Schlobitten am 30. März 1832 mit der Führung der 16. Division beauftragt und zwei Jahre später zum Divisionskommandeur ernannt. Weitere drei Jahre später folgte die Beförderung zum Generalleutnant.

1839 wurde er Kommandierender General des II. Armee-Korps in Stettin und 1842 Kommandierender General des I. Armee-Korps in Königsberg. Als solcher schlug er 1848/49 revolutionäre Unruhen rasch und entschlossen nieder. Ihm wurde bei seinem Abschied aus dem aktiven Dienst am 14. März 1854 der Charakter als Generalfeldmarschall verliehen. Außerdem erhielt er eine jährliche Pension von 3000 Talern. König Friedrich Wilhelm IV. berief ihn ferner als Oberstkämmerer an dessen Hof. Er ruht in der Grablege der Familie von Scharnhorst auf dem Invalidenfriedhof in Berlin.

(Quelle: Wikipedia)

Friedrich zu Dohna-Schlobitten

Friedrich Ferdinand Alexander Burggraf und Graf zu DohnaSchlobitten (* 29. März 1771 auf Schloss Finckenstein (Westpreußen); † 31. März 1831 in Königsberg) war ostpreußischer Staatsmann und Politiker.

Leben

DohnaSchlobitten studierte Kameralistik (Finanzwissenschaften) in Frankfurt (Oder) und Göttingen. Dann besuchte er die Büschsche Handelsschule in Hamburg, wo er sich mit Alexander von Humboldt anfreundete. 1790 trat er in die Kriegsund Domänenkammer in Berlin ein und wurde ein Jahrzehnt später Direktor der Kriegsund Domänenkammer in Marienwerder.

Militärzeit

Als Preußen im Oktober 1806 seine Niederlage von Jena und Auerstedt erlebte, versetzte DohnaSchlohbitten Danzig und Graudenz in den Verteidigungszustand. Er setzte für Westpreußen durch, dass sich dort die Behörden verpflichteten, nichts gegen die Besatzer zu unternehmen, solange diese die Provinz in ihrer Gewalt hatten. Als die Franzosen hierfür eine Geisel als Pfand forderten, meldete sich DohnaSchlobitten als Freiwilliger, um einem von den Eroberern hierfür ausgewählten Älteren dieses Schicksal zu ersparen und erlebte er einige Wochen französische Geiselhaft.

Nachdem Napoléon Bonaparte Schloss Finckenstein zu seinem Hauptquartier gemacht hatte, befahl er DohnaSchlobitten im April 1807 zu einer Audienz dorthin. Der Usurpator hoffte, über ihn und dessen Vater dahingehend Einfluss nehmen zu können, dass diese bei König Friedrich Wilhelm III. für einen französischpreußischen Separatfrieden und einen Austritt Preußens aus der AntiNapoleonKoalition eintraten. DohnaSchlobitten gelang es, Napoleon zu überzeugen, dass er gegenüber Westpreußen auf eine Kriegskontribution verzichtete.

In Anerkennung dieses Erfolges wurde er am 4August 1807 von Friedrich Wilhelm III. zum Präsidenten der Kriegsund Domänenkammer ernannt. In dieser Funktion musste er mit seinem französischen Gegenspieler Marschall NicolasJean de Dieu Soult den Tilsiter Frieden vom 7Juli 1807 umsetzen.

Politische Zeit

Der preußische Reformer Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein wurde auf DohnaSchlobitten aufmerksam und schlug ihn zu seinem Nachfolger als Innenminister vor, als er selbst auf Druck des Franzosenkaisers 1808 entlassen wurde. Als Innenminister unterstützte DohnaSchlobitten Wilhelm von Humboldt bei der Gründung der HumboldtUniversität zu Berlin, die 1810 erfolgte.

Als er sich daran machte, den Plan seines Vorgängers einer Zusammenfassung der obersten Staatsund Verwaltungsbehörden im Staatsrat zu verwirklichen, kam es zum Konflikt mit seinem Kabinettschef Karl August Fürst von Hardenberg. Der leitende Minister interpretierte die Schaffung einer über ihm stehenden Zentralbehörde als einen Angriff auf seine Stellung. Als Hardenberg Staatskanzler wurde, nahm DohnaSchlobitten im November 1810 aus Protest gegen dessen autoritären Führungsstil seinen Abschied.

Von der Kabinettsdisziplin befreit konnte DohnaSchlobitten bei der Erhebung Ostpreußens gegen die napoleonische Fremdherrschaft eine führende Rolle spielen. Gemeinsam mit Stein trug er nach dem Brand von Moskau zum Zustandekommen der Zusammenkunft der ostpreußischen Stände am 5Februar 1813 in Königsberg bei. Zusammen mit Johann David Ludwig Graf Yorck von Wartenburg lenkte und leitete er die Verhandlungen des Ständetages.

Mit seinem Bruder und dem wie Stein in russischen Diensten stehenden Carl Philipp Gottfried von Clausewitz arbeitete er einen LandwehrordnungsEntwurf aus und sorgte durch eine geschickte Leitung der Beratungen für dessen Annahme. Er wurde zum Vorsitzenden der Generalkommission für die Volksbewaffnung gewählt und begann ohne Verzug gegen den Widerstand der Behörden mit der Organisation der Landwehr.

Erst nachträglich legitimierte der preußische König dieses selbständige Vorgehen der Ostpreußen. Am 17März 1813 genehmigte er den Plan zur Errichtung der Landwehr. Zwei Tage später beauftragte er den auf dem Ständetag zum Vorsitzenden der Generalkommission für die die Volksbewaffnung ernannten DohnaSchlobitten mit dieser Volksbewaffnung und ernannte ihn darüber hinaus zum Zivilgouverneur für Preußen östlich der Weichsel.

Trotz dieser Gunstbezeugungen kam eine Rückkehr in das preußische Ministerium wegen seines Gegensatzes zu Hardenberg nicht in Frage. Als nach dem Ende der napoleonischen Kriege am 3. Juni 1814 auch seine Zivilgouverneurstelle aufgehoben wurde, zog sich DohnaSchlobitten aus der aktiven Politik nach Schlobitten zurück.

Rückzug aus der Staatspolitik

Als Generallandschaftsdirektor, wozu er bereits am 28September 1813 gewählt worden war, und nach der Einführung der provinzialständischen Verfassung 1824 als Abgeordneter des Landkreises Mohrungen hat er auch ohne Staatsamt im öffentlichen Leben der Provinz starken Einfluss ausgeübt. DohnaSchlobitten nutzte ihn zur Unterstützung der liberalen Opposition seines Freundes Theodor von Schön. Er zeigte in der anschließenden Zeit der Restauration und Reaktion Zivilcourage. So veranlasste er 1820 einen Protest gegen die von seinem eigenen König mitgetragenen Karlsbader Beschlüsse.

 

Quelle