Martin Luther und die Dohnas

Passend zum Reformationstag gibts hier noch einen kleinen Hinweis, dass auch unsere Familie eine unmittelbare Verbindung zum Reformator hatte. Johannes Luther (erstgeborener Sohn Martin Luthers) und seine Schwester Margarete brachten den Namen Luthers nach Ostpreußen. Johannes Luther studierte gemeinsam mit Achatius zu Dohna „Achaz I.“ (1533-1601) Jura in Königsberg. Johannes Luther heiratete bei seinem Aufenthalt in Ostpreussen im Jahre 1563 die Elisabeth von Schlieben.

Aus einer Quelle über Johannes Luther und seine Kinder geht hervor, dass sein Sohn Martinus Luther (Churfürstl. Brandenburgischer Rathmeister) seine Tochter taufen lässt. In diesem Schriftstück wird als 5. Taufpatin Barbara Burggräfin zu Dohna-Lauck (1604 -) genannt. Barbara Burggräfin zu Dohna ist mit einem von Creytzen verheiratet, und ist die Enkeltochter von Achatius zu Dohna.

Wiedergeboren im virtuellen Raum

Gießener Allgemeine – 21. Oktober 2016:
Einmal durch ein barockes Schloss in Ostpreußen wandeln, das aussieht wie neu – sicherlich nicht nur für Historiker ein spannendes Erlebnis. Ein bislang einmaliges Forschungsprojekt hat es sich zum Ziel gesetzt, zwei der zerstörten Prachtbauten wieder zum Leben zu erwecken, und zwar virtuell. Federführend ist das Marburger Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung. Koordinator Dr.-Ing. Piotr Kuroczynski erklärt, was es mit der Rekonstruktion auf sich hat.

Seit 2013 arbeiten Wissenschaftler aus Deutschland, Polen und Russland zusammen, um die infolge des Zweiten Weltkriegs völlig zerstörten barocken Schlösser Schlodien (Gladysze, Polen) und Friedrichstein (Kamenka, Russland) mittels modernster Technik zu rekonstruieren. Unter dem Titel »Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen – Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen« bekommen die Ruinen am Computer ihr altes Gesicht zurück. Die Experten befinden sich auf der Zielgeraden. Ende des Jahres soll Schloss Schlodien in einem »virtuellen Museum« begehbar sein. »Wir können zum ersten Mal eine wissenschaftlich begründete 3-D-Rekonstruktion im virtuellen Raum zeigen«, sagt Kuroczynski.

Projektleiter Dr. Dietmar Popp vom Herder-Institut erinnert sich an die Anfänge des Projekts. Bei einer Tagung des Arbeitskreises deutscher und polnischer Kunsthistoriker und Denkmalpfleger in Darmstadt habe er Kuroczynski kennengelernt. Nach einem Vortrag zum Schloss Schlodien und einem gemeinsamen Gespräch sei sehr schnell klar geworden, dass man neue Wege beschreiten wolle. 2011 habe man mit dem Institut für Raumdarstellung in Frankfurt ein Konzept für einen Forschungsantrag entwickelt. Der Direktor des Herder-Instituts, Prof. Dr. Peter Haslinger, habe dann den positiv bewerteten Antrag bei der Leibniz-Gemeinschaft gestellt… mehr lesen?

Hier gibt es den ganzen Artikel als PDF:
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ZDF-Info: Ostpreussens vergessene Schlösser

Dokumentation vom 29.11.2016 MDR: Digitale 3D Rekonstruktion des Schlosses in Schlodien; 3D-Modellierung am Institut für Raumdarstellung Herder-Institut

Unsere Geschichte – Ostpreussens vergessene Schlösser
Der Film berichtet über eine einmalige Initiative von Wissenschaftlern aus drei Nationen. Forscher aus Deutschland, Polen und Russland suchen nach Ostpreußens vergessenen Schlösser. Filmaufnahmen zu Schloss Schlodien und Schloss Schlobitten. Leider in der Mediathek nicht mehr verfügbar, aber bei Youtube gibt es die Dokumentation. Mit Zeitzeugen Berichten von Elisabeth Dreischhoff (geb. Gräfin zu Dohna-Schlodien * 28.12.1925 – † 03.12.2016; Recklinghausen)

 

Lauck (Lawki)

Die Handfeste des Ortes ist von 1376. Das Dorf macht einen recht malerischen Eindruck. Außenmauern, Ostgiebel und Turmunterbau der 1945 zerstörten Kirche aus dem letzten Viertel des 14. Jhs. kann man noch sehen.

Dohna-Lauck gehörte mit Dohna-Schlobitten, Dohna-Schlodien und Dohna-Reichertswalde zu den vier Majoraten, die am Anfang des 18. Jhs. gebildet wurden. Im Vergleich zu den anderen Majoraten war Lauck schwächer im Ertrag. Als nach 1806 die Landpreise drastisch sanken, verstärkt durch Mißernten und Viehseuchen, kamen etliche landwirtschaftliche Betriebe, adlige und bäuerliche, in Schwierigkeiten. Der Majoratsherr auf Lauck in dieser Zeit, Adolph zu Dohna (1756 – 1822) vermochte es nicht, der wirtschaftlichen Probleme Herr zu werden. Das Gut geriet in Konkurs und kam unter Zwangsverwaltung. Der einzige Sohn war 1813 bei Groß Görschen gefallen. Somit erbte der Vetter Friedrich Alexander zu Dohna-Lauck (1769 – 1834). Er war als Kriegsinvalide zu arm, um das Blatt zu wenden. Erst dem nächsten Erben Friedrich zu Dohna-Lauck (1799 – 1873), Sohn des Bruders, gelingt es auf der Basis guter landwirtschaftlicher Ausbildung und reicher Heiraten, der Betrieb wieder flott zu machen.[1]

Nach dem Aussterben der Reichertswalder Linie 1878 vereinigte man die Majorate von Dohna-Lauck und Dohna-Reichertswalde und die Laucker Dohnas zogen in das größere Schloß in Reichertswalde. Das Laucker Haus wurde vermietet, verfiel jedoch im Laufe der Zeit.[2] Die Toten der Linie Dohna-Lauck wurden bis 1923 in der Gruft der Kirche von Lauck beigesetzt.

Das barocke Dohna-Schloss Lauck wurde vor 1700 unter der Ägide von Christoph Friedrich zu Dohna (1652 – 1734), Herr auf Reichertswalde und Lauck, errichtet. existiert nicht mehr. Im Gegensatz zu vielen anderen verschwundenen Schlössern wurde dieses aber bereits 1935 abgetragen, nachdem die Ländereien größtenteils verkauft worden waren. Die wertvollen Teile der Einrichtung kamen nach Reichertswalde. Übrig blieb das Beamtenhaus aus dem 18. Jh., umgebaut im 19. und 20. Jh.

 


[1] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, S. 507 f
[2] Lothar Graf zu Dohna, Die Dohnas und ihre Häuser II, s. 752 ff